Mercedes-Benz · Bekannte Probleme

Mercedes-Benz EQC: Bekannte Probleme & Schwachstellen

7 dokumentierte Probleme

Der Mercedes-Benz EQC gilt als komfortables Elektro-SUV, hat aber typische Schwachstellen wie undichte Antriebsmodule, Probleme mit der Lenkung und der 12-Volt-Zusatzbatterie sowie hohe Reichweitenverluste im Winter. Hier finden Sie die häufigsten Probleme des EQC samt bewährter Lösungen und Hinweise zu Rückrufaktionen.

Kühlmittelaustritt am elektrischen Antriebsmodul (Abdichtung des Motorgetriebes)

Hoch

Aufgrund von Fertigungsabweichungen am elektrischen Antriebsmodul kann der innere Kühlkreislauf unzureichend abgedichtet sein, sodass Kühlmittel austritt — Besitzer verglichen es mit einem 'Ölleck' beim Verbrenner. Gelangt Kühlmittel in den Motor, kann dies mit der Zeit den Isolationswiderstand des Hochvoltsystems verringern; in Extremfällen wird die Leistung des Antriebsmoduls reduziert oder das Fahrzeug startet nicht mehr. Dies führte zu einem sehr großen Rückruf von 10.104 EQC in China (später auf EQA/EQB ausgeweitet) für Fahrzeuge mit Baudatum 30.11.2018 bis 15.12.2021.

Symptome: Kühlmittelaustritt / Flüssigkeit unter dem Fahrzeug · Reduzierte Antriebsleistung / Warnung Leistungsbegrenzung · Fahrzeug startet in Extremfällen möglicherweise nicht · Warnung Hochvolt- / Antriebssystem

Abhilfe: Rückruf-Abhilfe: Mercedes-Servicepartner tauschen das betroffene elektrische Antriebsmodul (eine arbeitsintensive Maßnahme mit bis zu rund 18 Arbeitsstunden). Besitzer außerhalb Chinas sollten die Antriebseinheit bei Undichtigkeiten im Rahmen der Garantie auf Kühlmittelaustritt prüfen lassen.

Wassereintritt / Kurzschluss im Kabelbaum der elektrischen Servolenkung

Hoch

Der Kabelbaum der elektrischen Servolenkung (Lenkungssteuergerät) kann während der Fertigung beschädigt werden, sodass Wasser bzw. Feuchtigkeit in den Kabelbaum eindringt. Dies kann einen Kurzschluss und einen plötzlichen Ausfall der elektrischen Lenkunterstützung verursachen sowie ein erhöhtes Brandrisiko bergen. Betroffen sind vor allem EQC 400 4MATIC mit Baudatum von Ende 2019 bis Anfang 2020 (die britische DVSA-Maßnahme nennt Baudaten Dez. 2019 bis März 2020; der EU-Rückruf über car-recalls.eu datiert auf den 13.02.2021 mit einer Folgemaßnahme vom 06.12.2021). Mercedes brachte mehrere lenkungsbezogene Rückrufaktionen für den EQC heraus.

Symptome: Verlust / Schwergängigkeit der Lenkunterstützung · Rote Lenkungswarnung im Kombiinstrument · Brandgeruch oder Brandrisiko · Fehlermeldung Lenkung

Abhilfe: Rückruf-Abhilfe: Die Werkstatt prüft den Kabelbaum des Lenkungssteuergeräts und ersetzt ihn bei Beschädigung kostenfrei. In vielen Fällen erhalten Fahrer vor dem Ausfall eine rote Warnung im Kombiinstrument; das Fahrzeug sollte dann umgehend in die Werkstatt gebracht werden.

Korrosion des Hochvolt-Batteriegehäuses durch unzureichende Abdichtung

Hoch

Bei frühen, im Jahr 2019 gebauten EQC 400 4MATIC war das Gehäuse der Hochvolt-Antriebsbatterie ab Werk nicht ausreichend korrosionsgeschützt bzw. abgedichtet. Feuchtigkeit kann in das Gehäuse eindringen und interne Komponenten sowie elektrische Verbindungen korrodieren lassen. Im schlimmsten Fall lässt sich das Fahrzeug nicht mehr starten, zudem besteht ein erhöhtes Brandrisiko. Dies war ein weltweiter Rückruf (rund 1.463 Fahrzeuge) sowie ein separater, aber verwandter EU-Rückruf (Referenz car-recalls.eu vom 09.07.2021).

Symptome: Fahrzeug startet nicht / lässt sich nicht mehr starten · Warnung Hochvoltsystem · Korrosion oder Feuchtigkeit im Batteriegehäuse · Brandgeruch oder Brandrisiko in Extremfällen

Abhilfe: Mercedes Rückruf-Abhilfe: Die Werkstatt prüft das Hochvolt-Batteriegehäuse und tauscht bei Bedarf die Batterie aus oder bringt Korrosionsschutz-/Abdichtungsmaßnahmen kostenfrei an. Vor dem Kauf eines gebrauchten EQC von 2019 sollte eine Rückruf-Prüfung über die FIN durchgeführt und die Erledigung der Maßnahme bestätigt werden.

Nicht eingerasteter Stecker des Seitenaufprallsensors (Fehler im Airbag-/Sicherheitssystem)

Hoch

Der elektrische Steckverbinder der Seitenaufprallsensoren (Crashsensoren) ist bei der Montage möglicherweise nicht korrekt eingerastet und kann sich lösen. Geht die Verbindung verloren, funktioniert die Auslösung des Seitenairbags / Rückhaltesystems auf der betroffenen Seite bei einem Unfall womöglich nicht wie vorgesehen, was den Insassenschutz beeinträchtigt. Der EU-Rückruf über car-recalls.eu datiert auf den 04.10.2021 und betrifft EQC mit Baujahr um 2020.

Symptome: Airbag- / SRS-Warnleuchte · Fehlermeldung Rückhaltesystem · Seitenairbag löst bei einem Unfall möglicherweise nicht aus

Abhilfe: Rückruf-Abhilfe: Die Werkstatt prüft die Stecker der Seitenaufprallsensoren, rastet sie korrekt ein bzw. sichert sie (und ersetzt sie bei Bedarf) kostenfrei. Bei gelöster Verbindung kann eine Airbag-/Rückhaltesystem-Warnleuchte aufleuchten.

Störung / Entladung der 12-Volt-Zusatzbatterie

Mittel

EQC-Besitzer berichten von wiederkehrenden Warnungen 'Zusatzbatterie Funktionsstörung', die teils im Minutentakt erscheinen, begleitet von abgedunkelter Beleuchtung, sporadischen Aussetzern des Infotainments und gelegentlichem Startversagen. Die kleine 12-Volt-Zusatzbatterie (AGM), die die Elektronik versorgt, schwächelt oder ihre Anschlüsse korrodieren bzw. lösen sich; da die EV-Elektronik ständig auf sie zugreift, führt eine grenzwertige 12-Volt-Batterie zu einer Kaskade von Warnmeldungen. Eine Ruhespannung im Bereich von rund 11,6 V deutet auf eine defekte Batterie hin.

Symptome: Wiederkehrende Warnung 'Zusatzbatterie Funktionsstörung' · Abgedunkelte Beleuchtung · Sporadische Aussetzer von Infotainment/Elektronik · Gelegentliches Startversagen

Abhilfe: Zuerst die Pole der 12-Volt-Zusatzbatterie prüfen, reinigen und nachziehen (lose oder korrodierte Anschlüsse täuschen eine leere Batterie vor). Ist die Ruhespannung niedrig (<12,2 V) oder bestehen die Fehler nach dem Laden fort, die Zusatzbatterie durch eine korrekt spezifizierte AGM-Batterie ersetzen und anschließend die Fehlercodes mit einem Diagnosegerät löschen. Der Austausch ist in der Regel kostengünstig.

Reparaturkosten: $60–$300

Inkonsistentes Bremspedalgefühl bei Brake-by-Wire (Mischung aus Rekuperation und Reibbremse)

Mittel

Besitzer berichten häufig von einem nichtlinearen, inkonsistenten Bremspedal: oben im Pedalweg 'schwammig' oder 'teigig', dann weiter unten plötzlich 'beißend', was gleichmäßiges Abbremsen erschwert. Ursache ist das Brake-by-Wire-System des EQC, das rekuperative und mechanische Bremsung mischt; der Übergang ist nicht immer nahtlos. Manche Besitzer beschreiben zudem ein Rucken oder ein lautes mechanisches Geräusch beim Eingreifen von ABS/Bremsmischung sowie ein abweichendes Pedalgefühl bei der ersten Bremsbetätigung nach dem Start. Dies ist eine bekannte Eigenheit über die Mercedes-EQ-Modelle hinweg und kein Einzelfehler.

Symptome: Schwammiges/teigiges Bremspedal oben im Pedalweg · Plötzlich beißendes Bremsen weiter unten im Pedalweg · Rucken der Bremse oder lautes mechanisches Geräusch beim Mischen · Abweichendes Pedalgefühl beim ersten Bremsen nach dem Start

Abhilfe: Mercedes gibt an, dass eine gewisse Schwankung im Pedalgefühl beim Brake-by-Wire-/Rekuperationssystem normal ist. Zur Verbesserung der Bremsmischung wurden Software-Updates aufgespielt; anhaltendes Rucken/Geräusch sollte in der Werkstatt diagnostiziert werden (Prüfung von Bremssteuergerät / Aktuator). Besitzer können die Rekuperation außerdem über die Lenkradwippen an ihren Fahrstil anpassen.

Starker Reichweitenverlust bei Kälte und ineffiziente Wärmepumpe

Niedrig

EQC-Besitzer berichten von großen Reichweitenverlusten im Winter — häufig 25 bis über 30 % bei etwa -10 °C, mit Praxisbeispielen von einem Rückgang von rund 370–385 km auf etwa 290–305 km. Während ein gewisser Kälteverlust bei jedem Elektroauto normal ist, kritisieren Besitzer und Tester die Heizstrategie aus Wärmepumpe und PTC-Heizung des EQC als relativ ineffizient (das Fahrzeug stützt sich stark auf die energiehungrigen PTC-Heizelemente statt auf die Wärmepumpe). Zudem fehlt dem EQC die flexible Abfahrt-Vorklimatisierung mancher Konkurrenten, was das Reichweitenmanagement im Winter aufwendig macht. Unabhängige norwegische Kältetests ermittelten rund 25 % Verlust.

Symptome: Reichweite sinkt bei Kälte um 25-40 % · Reduzierte angezeigte Reichweite bei eingeschalteter Heizung · Langsames Aufheizen des Innenraums · Hoher Energieverbrauch im Winter

Abhilfe: Kein Defekt mit einer einzigen Lösung — abmildern lässt sich der Effekt durch Vorklimatisieren von Innenraum und Batterie während des Ladens, durch Nutzung von Sitz- und Lenkradheizung statt der Innenraumheizung sowie durch Wahl der Eco-/Reichweiten-Fahrmodi. Einige MBUX-Software-Updates haben die Heizlogik verbessert; das Fahrzeug sollte auf dem aktuellen Softwarestand sein. Bei Verlusten deutlich über rund 30 % die Funktion der Wärmepumpe prüfen lassen.

Nicht sicher, ob es dein Auto betrifft?

Mach ein Foto oder beschreibe das Problem – Au7o ermittelt kostenlos die wahrscheinliche Ursache für genau dein Fahrzeug.

Mein Auto kostenlos diagnostizieren

Mit KI-Unterstützung aus Besitzerberichten, NHTSA-Daten und Hersteller-Bulletins zusammengestellt – kann Fehler enthalten.

Diese Seite auf Englisch lesen